An einem Ort aufwachen, an dem meilenweit weit und breit niemand sonst ist, Kaffee kochen, während die Hecktüren weit offen stehen, und den Blick auf eine Landschaft genießen, die man gestern noch gar nicht kannte. Keine Route im Navigationsgerät und keine Eile. Für dich ist nicht das Ziel das Wichtigste, sondern die Reise selbst. Das ist im Kern das, was „Overlanding“ ausmacht. Und genau dafür sind unsere Wohnmobile gemacht. Overland Campers.
Was bedeutet „Overlanding“ genau?
In den letzten Jahren taucht der Begriff „Overlanding“ häufig in YouTube-Videos, auf Instagram und in den Broschüren der Autohersteller auf. Aber was genau ist Overlanding eigentlich, woher kommt es und was braucht man dafür? Overlanding ist das selbstversorgende Reisen über Land mit einem Fahrzeug, wobei die Reise selbst das Ziel ist. Man begibt sich zu abgelegenen Zielen, weit abseits der ausgetretenen Pfade, und ist unterwegs so weit wie möglich auf sich selbst angewiesen. Übernachtet wird im oder am Fahrzeug, mitten in der Natur.
Es ist eigentlich eine Mischung aus drei Dingen: Reisen zu fernen Orten, Offroad-Fahren, um diese Orte zu erreichen, und Off-Grid-Camping, sobald man dort angekommen ist. Während es bei einem gewöhnlichen Urlaub darum geht, am Ziel anzukommen, dreht sich beim Overlanding alles um das, was man unterwegs erlebt: die Umwege, die Herausforderungen und die Begegnungen.
Überlandreisen müssen keine monatelangen Expeditionen sein, solange das Gefühl von Abenteuer und Selbstversorgung stimmt. Es kommt auf die Einstellung an, nicht auf die Kilometer.
Woher kommt der Begriff „Overlanding“?
Der Begriff hat einen überraschenden Ursprung. „Overland“ bedeutet wörtlich „über Land“, wurde aber ursprünglich in Australien für den Viehtrieb über enorme Entfernungen verwendet. Bauern und Viehzüchter im weitläufigen australischen Outback legten lange Strecken zurück, um ihre Herden zu weit entfernten Weideflächen und Märkten zu bringen. Das war damals reine Notwendigkeit, kein Hobby.
Das Offroad-Fahren, wie wir es heute kennen, entstand Mitte des letzten Jahrhunderts. Als Geländewagen wie der Land Rover, der Jeep und der Unimog auf den Markt kamen, wurden ferne und abenteuerliche Reisen durch unwegsames Gelände erstmals auch für normale Reisende möglich. Was als Arbeit begann, entwickelte sich zu einer Art des Reisens und mittlerweile zu einer weltweiten Bewegung.
Overlanding, Vanlife oder einfach nur Camping: Was ist der Unterschied?
Overlanding wird oft mit Vanlife und traditionellem Camping in einen Topf geworfen, doch es gibt deutliche Unterschiede. Es kann zwar Überschneidungen geben – man kann durchaus sowohl Vanlifer als auch Overlander sein –, doch das Ziel ist jeweils ein wenig anders.
Beim „Vanlife“ dreht sich alles um das Leben in einem Kleinbus oder Wohnmobil: dein Zuhause auf Rädern, oft mit Schwerpunkt auf Komfort, Freiheit und einem minimalistischen Lebensstil. Vanlifer halten sich regelmäßig auf Campingplätzen oder in und um Städte herum auf und reisen oft zu einem bestimmten Ziel. Der Begriff wurde unter den Hippies mit ihren Volkswagen-Bussen populär und erlebte dank der sozialen Medien einen neuen Aufschwung.
Beim Camping mit dem Auto steht die Erholung im Vordergrund: Man übernachtet meist auf einem Campingplatz mit Infrastruktur, und das Reiseziel ist das Wichtigste. Abenteuer und Selbstversorgung spielen eine untergeordnete Rolle.
Beim Overlanding geht es nicht um Wohnen oder Erholung, sondern um Abenteuer und Selbstständigkeit. Man reist in abgelegene Gebiete, in denen man auf sich selbst angewiesen ist, und die Reise ist wichtiger als das Endziel. Das Offroad-Fahren ist dabei nur ein Mittel, um voranzukommen, kein Selbstzweck – genau darin liegt der Unterschied zum reinen Offroad-Fahren, bei dem die technische Herausforderung des Fahrens selbst im Mittelpunkt steht.
Was braucht man für eine Überlandfahrt?
Für das Overlanding sind drei Dinge erforderlich: ein geeignetes Fahrzeug, die Möglichkeit, sich selbst zu versorgen, und eine gute Vorbereitung.
Ein zuverlässiges und leistungsfähiges Fahrzeug
Dein Fahrzeug ist deine Basis. Es muss dich an abgelegene Orte bringen und dich von dort auch wieder sicher zurückholen können. Beliebte Modelle sind robuste Geländewagen wie ein Land Rover, ein Toyota Land Cruiser oder ein Jeep, aber auch ein gut ausgestattetes Wohnmobil auf einem stabilen Fahrgestell eignet sich hervorragend, vor allem, wenn dir Komfort in deinem Wohnbereich wichtig ist.
Der Mercedes Sprinter ist aus diesem Grund eine beliebte Basis: robust, zuverlässig und mit ausreichend Platz, um alles mitzunehmen, was man unterwegs braucht. In der 4×4-Ausführung gelangt man zudem an Orte, an denen ein gewöhnliches Wohnmobil steckenbleibt. Warum gerade der Sprinter so gut für Abenteuer geeignet ist, erfährst du in unserem Blog über den Mercedes Sprinter als Basis für ein Wohnmobil.
Autark sein: Wasser, Strom und netzunabhängig leben
Das ist das Wesentliche am Overlanding. Sobald man die ausgetretenen Pfade verlässt, gibt es keine Steckdosen, Wasserhähne oder Supermärkte mehr. Man muss also alles selbst an Bord haben.
Was den Strom betrifft, bedeutet das: Solarmodule auf dem Dach in Kombination mit einem leistungsstarken Akku-Paket, damit deine Geräte auch dann weiterlaufen, wenn du tagelang am selben Ort stehen bleibst. Was das Wasser angeht, solltest du auf eine ausreichende Tankkapazität und ein Abwassersystem achten. Die Innen- und Außenküche, die Heizung und leicht zugängliche Stauräume sorgen dafür, dass du es bequem hast, egal wo du gerade stehst.
Unsere Wohnmobile sind ganz darauf ausgelegt: Mit der elektrischen Grundausstattung kannst du mindestens vier Tage lang netzunabhängig leben, auch wenn die Sonne nicht scheint. Sobald du wieder losfährst oder die Sonne herauskommt, laden sich die Batterien blitzschnell wieder auf. Mit 100 Litern Frischwasser, Warmwasser und einer Dieselheizung bist du auch in dieser Hinsicht völlig netzunabhängig.
Ausrüstung und Vorbereitung
Reisen in die Ferne erfordern eine gute Vorbereitung. Besorgen Sie sich Bergungsausrüstung (um sich aus weichem Sand oder Schlamm zu befreien), ein gutes Navigationsgerät, ein umfangreiches Erste-Hilfe-Set, Werkzeug und, soweit möglich, einige Ersatzteile. Ebenso wichtig: Kennen Sie Ihr Fahrzeug, damit Sie kleinere Probleme unterwegs selbst beheben können. Professionelle Hilfe ist in abgelegenen Gebieten oft weit entfernt und teuer.
Glücklicherweise ist man selten ganz auf sich allein gestellt. Die Overland-Community ist eng verbunden und hilfsbereit: Gemeinsam schwieriges Gelände zu befahren, Erfahrungen auszutauschen oder bei Pannen zu helfen, ist alles ganz selbstverständlich.
Braucht man für eine Überlandreise unbedingt einen Geländewagen?
Nein, aber… Allradantrieb geht oft mit einer hohen Bodenfreiheit einher. Diese beiden Eigenschaften sind entscheidend dafür, welches Gelände man bewältigen kann. Bei trockenem Untergrund ist ein Allradantrieb weniger wichtig, dafür ist die Bodenfreiheit der erste limitierende Faktor. Ist der Untergrund weich oder nass? Dann kommt man ohne Allradantrieb schnell nicht mehr zurecht. Auch bei steilen Anstiegen oder Abfahrten ist der Allradantrieb ein Muss. Eine Differenzialsperre, also eine „Sperre“ an der Hinterachse, kann die Traktion bei einem Fahrzeug mit Hinterradantrieb zwar erheblich verbessern, ist aber keineswegs eine vollwertige Alternative zum Allradantrieb.
Wähle dein Fahrzeug also entsprechend deinen Ambitionen aus, nicht umgekehrt.
Schöne Reiseziele für den Anfang
Man muss nicht gleich nach Georgien oder in die Wüste Marokkos reisen. Gerade in Europa gibt es wunderschöne, gut erreichbare Reiseziele, an denen man neue Erfahrungen sammeln kann.
Frankreich – ein ausgedehntes Netz aus unbefestigten Straßen und auf einigen Privatgrundstücken Möglichkeiten zum freien Parken.
Spanien – unglaublich vielfältig, von den Pyrenäen bis zu den wüstenartigen Bardenas Reales.
Skandinavien – weitläufige Natur und vielerorts ein umfassendes Recht, in der freien Natur zu übernachten.
Der Balkan – bergige Offroad-Strecken, raue Natur und relativ ruhig.
Bitte beachten Sie: Wildcampen ist ein wichtiger Bestandteil des Overlandings, doch die Vorschriften unterscheiden sich stark von Land zu Land und sind bei weitem nicht überall erlaubt. Informieren Sie sich daher im Voraus gründlich. In unserem Blog über Wildcampen in Europa mit dem Wohnmobil erfährst du, worauf du achten musst.
So bauen wir Wohnmobile für Overlanding
„Overlanding“ steckt in unserem Namen und in allem, was wir tun. Overland Campers wurde von den Brüdern Folkert und Kaspar gegründet, die über langjährige Erfahrung mit Camping, Overlanding und allem, was dazwischen liegt, verfügen. Dank ihrer Erfahrungen, ihrer praxisorientierten Herangehensweise und ihres umfassenden technischen Wissens wissen sie, was ein Wohnmobil wirklich abenteuertauglich macht.
Das Besondere an unserem Konzept ist, dass unsere Wohnmobile vollständig modular aufgebaut sind. So kannst du dein Wohnmobil genau an deinen persönlichen Reisestil anpassen, egal ob du kurze Ausflüge unternimmst oder monatelang von zu Hause weg sein möchtest. Wir arbeiten mit drei Modellen als Ausgangspunkt: dem Scout (Sie stellen den Bus zur Verfügung, wir kümmern uns um den Rest), dem Nomad (auf Basis eines neuen Mercedes Sprinter 317 RWD) und dem Beast (unser Topmodell auf Basis eines neuen Mercedes Sprinter 319 4×4, gebaut, um jedes Gelände zu meistern).
Möchtest du lieber selbst Hand anlegen? Dann hilft dir unser Schritt-für-Schritt-Anleitung beim Umbau eines Mercedes Sprinter zum Wohnmobil . Und wenn du vor allem nach Inspiration suchst, schau dir unsere Galerie oder entdecke Schritt für Schritt, wie wir bauen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist „Overlanding“ in Kurzform? Overlanding ist das selbstversorgende Reisen über Land mit einem Fahrzeug, wobei die Reise selbst das Ziel ist. Man begibt sich an abgelegene Orte, ist unterwegs auf sich selbst gestellt und übernachtet in der Natur neben dem eigenen Fahrzeug.
Was ist der Unterschied zwischen „Overlanding“ und „Vanlife“? Beim „Vanlife“ dreht sich alles um das Leben in einem Wohnmobil: dein Zuhause auf Rädern, wobei Komfort und Lebensstil im Vordergrund stehen. Beim „Overlanding“ geht es eher um Abenteuer und Selbstständigkeit, wobei die Reise und die abgelegene Route wichtiger sind als das Endziel.
Braucht man einen Geländewagen für eine Überlandreise? Nicht unbedingt. Ein Geländewagen ist auf unwegsamem und nassem Gelände eine große Hilfe, aber viele Strecken lassen sich auch ohne Allradantrieb gut befahren. Es hängt davon ab, wie abgelegen und anspruchsvoll deine Reise sein soll.
Welches Fahrzeug eignet sich für Überlandreisen? Von Geländewagen (wie einem Land Rover oder Toyota Land Cruiser) bis hin zu gut ausgestatteten Wohnmobilen auf einem robusten Fahrgestell. Ein Mercedes Sprinter 4×4 ist beliebt, weil er Platz, Komfort, Zuverlässigkeit und Geländegängigkeit perfekt vereint.
